Soll und Ist-Versteuerung

das Finanzamt kennt zwei unterschiedliche Arten der Versteuerung: die SOLL- und die IST-Versteuerung. Die SOLL-Versteuerung bedeutet für dich, dass das Rechnungsdatum deiner Ausgangsrechnung entscheidend ist. Wenn du also deine Umsatzsteuervoranmeldung erstellst, zählt für dich immer das Rechnungsdatum.

Dabei spielt es keine Rolle, ob dein Kunde bereits bezahlt hat oder nicht. Wichtig ist lediglich was du erhalten SOLLST. Zahlt dein Kunde erst in 3 Monaten, streckst du also die Umsatzsteuer vor, d.h. du bezahlst die Umsatzsteuer obwohl dein Kunde die Rechnung noch nicht bezahlt hat. 

Bei der IST-Versteuerung zahlst du deine Umsatzsteuer auf Basis der tatsächlich auf dem Bankkonto eingegangenen Beträge. Das heißt für dich, dass du die Umsatzsteuer erst dann abführst, wenn der Kunde auch tatsächlich die Rechnung bezahlt hat. Du streckst bei einer IST-Versteuerung also kein Geld vor, dass du noch nicht bekommen hast.

Zusammengefasst: die SOLL-Versteuerung beruht auf den veranlagten Forderungen, die IST-Versteuerung auf den tatsächlichen Geldeingängen. Mit der IST-Versteuerung vermeidest du Liquiditätsengpässe durch nicht zahlende Kunden. Natürlich kannst du bei einer SOLL Versteuerung bei Zahlungsausfällen deine Umsatzsteuer zurückfordern, aber da du das Geld erst abführen musst, werden deine liquiden Mittel dadurch reduziert.

Die IST-Versteuerung ist damit für kleine Unternehmen immer die bessere Wahl, da Liquiditätsengpässe reduziert werden. Allerdings darf nicht jeder die IST Versteuerung beantragen. Dieser Weg steht allen Unternehmen offen, die unter die Kleinunternehemerregelgung fallen, einen freien Beruf ausüben oder deren Vorjahresumsatz unter 500.000 Euro liegen. Bilanzierungspflichtige Unternehmen können keine IST-Versteuerung beantragen. Alle Unternehmen, die die Kriterien erfüllen können, entweder direkt bei der Gründung die IST-Versteuerung beantragen oder jederzeit nachträglich beim Finanzamt anfragen.

Praxis Tipp :

Um deine liquiden Mittel am Anfang nicht zu sehr zu strapazieren, solltest du, wenn möglich, eine IST-Versteuerung beantragen. Damit gehst du nicht in Vorleistung und bezahlst erst NACHDEM du dein Geld erhalten hast.